10.03.2021

Erst am 10. März 2021 war Equal Pay Day

In diesem Jahr fand der Equal Pay Day eine Woche früher statt als in den Jahren zuvor. Das ist ein kleiner Grund zur Hoffnung, aber es ist immer noch ein weiter Weg zur Lohngerechtigkeit von Männern und Frauen. Ziel muss sein, Equal Pay Day am 1. Januar jeden Jahres, das wünschen sich Kai Kaiser (KAB Iller-Donau) und Martina Berndt-Hoffmann (Betriebsseelsorge Iller-Donau)

Als internationaler Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern markiert der Equal Pay Day den Tag, bis zu den Frauen länger arbeiten müssen, um auf das gleiche Gehalt zu kommen, das Männer bereits am Ende des Vorjahres erhalten. Er findet in diesem Jahr am 10. März statt. Trotz leichter Verbesserungen liegt der bundesweite Lohnunterschied immer noch bei rund 19 %. In Bayern sind es sogar 23 % und in Schwaben noch höher.
„Am Equal Pay Day fordern wir von den Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, ihre Verantwortung wahrzunehmen und tragfähige Grundlagen für eine geschlechtergerechte, zukunftsfähige Gesellschaft zu schaffen. Niedrigere Löhne und Berufsunterbrechungen schlagen sich auch in niedrigen Renten und erhöhter Altersarmut von Frauen nieder. Existenzsichernde Löhne, auch zum Aufbau eigenständiger Rentenansprüche, sind daher zentral für die Gleichstellung von Frauen“, so Welsch, Vorsitzende des KAB Diözesanverbandes.

Die Gründe für die Einkommensungleichheit sind vielfältig und halten sich eingespielt hartnäckig: Frauen arbeiten öfter familienbedingt in Teilzeit, die Gehälter in frauendominierten Berufen sind niedriger, Frauen übernehmen mehr familiäre Betreuungspflichten und stecken beruflich öfter zurück, Frauen sind weniger in Führungspositionen zu finden, bei Gehaltsverhandlungen ist es für Frauen schwieriger, Gehaltsforderungen durchzusetzen. In der Corona-Pandemie verstärken sich diese Tendenzen teilweise mit fatalen Folgen.


„Die Belastungen im Care-Bereich müssen endlich fair verteilt werden, damit Frauen gleichberechtigt am Erwerbsleben teilnehmen können. Voraussetzung für eine partnerschaftliche Verteilung von Erziehung, Haushalt und Pflege ist aber eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit. Dazu bedarf es flexibler Arbeitszeitmodelle entsprechend der Lebens- und Familienphasen, einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Kindertagespflege sowie Offenheit und Flexibilität der Arbeitgeber selbst“, führt Welsch weiter aus.

„Game Changer – Mach dich stark für equal pay!“ - so lautet das Motto des diesjährigen Equal Pay Day. Der Begriff „Game Changer“ kommt aus dem Sport. Als Game Changer werden dort der Spieler oder die Spielerin bezeichnet, die das Spiel verändern. Um eingespielte Ungerechtigkeiten zu überwinden, braucht es auch in der Gesellschaft Menschen, die das Spiel und seine Regeln verändern, die sich z.B. für neue geschlechtergerechte Unternehmenskulturen und die Veränderung von traditionellen Rollenbildern einsetzen und diese leben.

Die KAB Iller-Donau und Betriebsseelsorge Iller-Donau rufen dazu auf, sich an der bundesweiten Aktion Game Changer zu beteiligen: www.equalpayday.de/game-changer/

Unsere Forderungen sind:

• Eine neue Arbeitszeitpolitik mit einer gerechten Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit und bezahlter Erwerbsarbeit.
• Bessere Löhne in frauendominierten Berufsgruppen, insbesondere in Pflege, Reinigung, Verkauf, Gastronomie sowie Erziehung und Soziales.
• Stärkung der Tarifbindung in frauendominierten Branchen, wie z.B. in der Altenpflege. • Das Recht, von Teilzeit in Vollzeit zu wechseln.
• Eine verlässliche und gute Kinderbetreuung auch in Randzeiten.
• Eine soziale Absicherung aller Arbeitsverhältnisse und eine Aufwertung niedriger Renten.
• Transparenz bei Löhnen und Gehältern in allen Betrieben unabhängig von der Zahl der Beschäftigten.
Das Ziel muss sein, dass Männer und Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen.

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