Moment mal!

halten Sie kurz inne ...

wir haben für Sie ein paar Gedanken zum Nachlesen und darüber nachzudenken, was in der Arbeitswelt und in unserem Umfeld passiert, was sich momentan verändert usw.

Etwa alle 2 Wochen ein neues Wort, schauen Sie immer wieder mal rein. 

...von Martina Berndt-Hoffmann, Betriebsseelsorge Iller-Donau

Wegbegleiter Im vergangenen Urlaub ist mir beim Wandern wieder einmal bewusst geworden, wie schön und wohltuend ein Wegbegleiter ist. Mein Mann Thomas hat diese „Rolle“ seit vielen Jahren. Wir besprechen vorher gemeinsam unseren Weg. Er muntert mich unterwegs auf, wenn ich müde oder ein wenig mutlos werde. Und manchmal unterstützt er mich mit kleinen Hilfestellungen, z.B. wenn er mir feste Tritte beim Überqueren eines Baches zeigt. Zusammen bewundern wir auch die Berge und genießen die Brotzeit. Es macht einfach Freude, gemeinsam unterwegs zu sein.

Was für das Wandern im Urlaub gilt eigentlich auch für den Alltag. Es ist gut, nicht allein unterwegs zu sein, sondern die Unterstützung und Wegbegleitung von Familie, Kollegen/innen, Freunden/innen oder Gleichgesinnten (in der KAB oder Gewerkschaft) zu haben. Schon als Jugendliche hörte ich bei den Treffen der CAJ den wichtigen Satz: „Ein CAJ-ler/ eine CAJ - lerin macht nie etwas allein“. Wie viel Weisheit in diesem Grundsatz steckt, durfte ich immer wieder erleben- damals wie heute: mit einem oder mehreren Wegbeleitern/innen unterwegs zu sein motiviert, macht Mut und Freude, schenkt neue Ideen und gibt Kraft. Eine schwierige Arbeit lässt sich leichter schultern und eine Aktion gelingt nur gemeinschaftlich.

Auch die Bibel weiß um den Wert von Wegbegleitern und erzählt davon. Im Buch Tobit ist beispielsweise zu lesen von einem jungen Mann, Tobias, der mit einem Wegbegleiter unterwegs ist, Gefahren übersteht und schließlich gereift nach Hause zurückkehrt. Ich wünsche ihnen/ euch allen für die Wege der kommenden Zeit gute und hilfreiche Begleiter/innen- aber auch einen Blick dafür, wo wir selbst Wegbegleiter/in sein können oder sollten.

 

 

...von Ulrich Hoffmann, KAB-Kreispräses Iller-Donau

„Was für ein herrliches Leben hatte ich! Hätte ich es nur früher bemerkt!"

So schrieb die französische Schriftstellerin Collette, als sie auf ihr Leben zurückgeblickt hat. Ein überraschender Satz wenn man bedenkt, dass Collette im 20. Jahrhundert zwei Kriege miterlebt hat und dass sie es als Schriftstellerin nicht leicht gehabt hatte: Trotz ihrer großen Begabung musste sie das Pseudonym ihres Mannes nutzen, um als Autorin tätig sein zu können. Ihr Mann nutzte diese Lage in jeder Hinsicht aus – ein „herrliches Leben“?

Erst in der Rückschau und mit zeitlichem und innerem Abstand können wir bewerten, was wir in einer bestimmten Phase unseres Lebens erlebt haben.

Wir durchleben alle im Moment eine außergewöhnliche Zeit, sind damit beschäftigt den Alltag zu bewältigen, sei es an unseren Arbeitsstellen, sei es im Home-Office, sei es in der Familie zu Hause. Viele Sorgen und Ängste treiben uns um. Die Öffnungen, die nun langsam greifen, sind gefährdet – wie im Moment das Beispiel Gütersloh zeigt.

Im Tod ist Leben! In diesem „Geheimnis des Glaubens“ will Gott uns auch heute begegnen. Auch heuer, in diesem Juni 2020, obwohl wir in diesem Jahr – rein äußerlich betrachtet – Ostern und Pfingsten kaum feiern durften.

Besonders denke ich an Familien, die stark unter den Einschränkungen gelitten haben und leiden, weil ihre alten Angehörigen in Alten- oder Pflegeheimen nicht besucht werden konnten, weil Kinder und Jugendliche von ihren sozialen Kontakten abgeschnitten waren, Eltern einen kaum zu bewältigenden Spagat zwischen Homeoffice, Homework und Homeschooling zu betreiben hatten oder weil Besuchsreisen auch innerhalb Deutschlands nicht stattfinden sollten.

So froh wir da über die Erleichterung der Digitalisierung und der neuen Medien sind, sie bleiben doch ein schwacher Trost.

Und doch ist er da, Gottes herrlicher Sieg über das Leben. Und so wünsche ich Ihnen und uns, dass wir dieses herrliche Leben bemerken und mit offenen Augen die aufbrechende Natur wahrnehmen und die für viele erzwungene Entschleunigung auch als Chance sehen, uns auf das Wesentliche zu besinnen.

... von Dorothee Schindler, Betriebsseelsorge

Das Coronavirus hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt. Shutdown, Ausgangsbeschränkungen und vieles mehr haben über Wochen unseren Alltag bestimmt und tun es teilweise bis heute. Langsam soll wieder „Normalität“ einkehren. Läden öffnen, aus Ausgangsbeschränkung wird Kontaktbeschränkung. An Abstandsregeln, das Tragen von Mund-Nasen-Masken und Hygienemaßnahmen müssen wir uns gewöhnen.

Bei all dem Trubel und den Vorschriften fällt mir ein Vers aus dem Römerbrief ein: „Der Gott der Hoffnung aber, erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes“ (Röm 15,13)

Ein Zeichen, das ich persönlich mit diesem Bild der Hoffnung verbinde, ist der Regenbogen. Ein Zeichen, das man in manchen Fenstern in den letzten Tagen entdecken kann. Der Regenbogen von Kindern gemalt, als Zeichen, dass alles gut wird. Ein Zeichen, das zu tiefst religiös ist. In guter Hoffnung können wir alle sein, ganz egal ob Mann oder Frau, jung oder schon etwas älter, weil jeder von uns getragen ist in Gott. In „guter Hoffnung“ können wir sein, auch wenn es schwer fällt angesichts der enorm hohen Zahlen von Menschen, die an dem Virus erkrankt sind, Angesichts der Zahlen von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit, der wachsenden Doppelbelastung zwischen Homeschooling und Homeoffice, uvm.

Jeder hat in diesen Tagen sein Päckchen zu tragen. Aber in all dem Trubel dürfen wird die positiven Dinge nicht vergessen. Machen wir uns immer wieder bewusst, wir können in „guter Hoffnung“ sein. Lassen wir uns doch immer wieder dazu berufen, Gott einen Patz in dieser Freude zu geben, damit der Heilige Geist in unserer Zeit wirken kann. Geben wir Gott einen Platz, jeder und jede auf seine eigene besondere Art und Weise. Wenn wir selbst in guter Hoffnung leben, wenn wir füreinander ein Ohr haben am Telefon oder per Brief, wenn wir einander unterstützen und Nächstenliebe sichtbar werden lassen, wenn wir füreinander beten… Die Reihe könnte hier noch länger sein. Ich denke jeder und jede hat seinen ganz eigenen Weg, um diese Freude Gottes im Leben und gerade jetzt sichtbar werden zu lassen.

Ihnen allen wünsche  viele Momente voller „guter Hoffnung“.

Ihre
Dorothee Schindler

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